Pho – Die legendäre Suppe, die Zeit und Raum überdauert
Phở: Vietnams köstliches Geheimnis – Mehr als nur eine Suppe
Haben Sie sich jemals gefragt, warum eine einfache Nudelsuppe die ganze Welt erobern konnte? Phở ist nicht nur das Nationalgericht Vietnams, sondern eine Schüssel voller Geschichte, Leidenschaft und unvergleichlicher Aromen. Begleiten Sie uns auf eine kulinarische Reise von den Straßen Hanois bis in die Metropolen der Welt.

Die ewige Debatte: Woher kommt Phở wirklich?
Woher kommt Phở? Chinesisch oder französisch?
Die Herkunft von Phở ist so vielschichtig wie seine Brühe. Lange Zeit stritten sich Gelehrte: Ist es chinesisch? Ist es französisch?
- Der chinesische Einfluss: Manche sehen Parallelen zur kantonesischen Suppe Ngưu Nhục Phấn. Doch wer beide probiert hat, weiß: Geschmack und Seele sind grundverschieden.
- Das französische Erbe: Da das Wort "Phở" dem französischen Pot-au-feu ähnelt und die Franzosen das Rindfleisch in Vietnam populär machten, vermuten viele hier die Wurzeln.
Die wahre Legende lässt sich wie folgt erzählen. Die wahrscheinlichste Theorie führt uns nach Tonkin (Nordvietnam) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Dort verkauften Straßenhändler Xáo Trâu – eine herzhafte Suppe aus Reisnudeln und Büffelfleisch für die hart arbeitende Bevölkerung. Erst durch die Verfügbarkeit von Rindfleisch wandelte sich das Gericht zu dem Phở, das wir heute lieben.
Eines ist sicher: Phở wurde im Delta des Roten Flusses geboren und von den Vietnamesen perfektioniert.
Phở – Die wahre Legende der Tonkin-Suppe
Die wohl faszinierendste Theorie besagt, dass Phở aus der traditionellen Suppe „Xáo Trâu“ hervorgegangen ist. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war dies ein herzhaftes Gericht aus Reisnudeln und Büffelfleisch, das an den einfachen Straßenständen in Tonkin (Nordvietnam) dampfend serviert wurde. Es war das ehrliche Essen der Arbeiterklasse – kreiert aus den Schätzen der Reiskultur: Reis, frische Kräuter und Fleisch.
Doch wie wurde aus Büffelfleisch die heute so berühmte Rindfleischsuppe?
Mit der Ankunft der französischen Siedler hielten neue Bräuche und Metzgereien Einzug in Vietnam. Die findigen vietnamesischen Straßenhändler erkannten das Potenzial der neuen Zutaten schnell: Sie begannen, mit Rinderknochen und Rindfleisch zu experimentieren. So entstand auf den Bürgersteigen Hanois eine völlig neue Geschmackswelt – die Geburtsstunde des Phở, wie wir es heute kennen.

Hanoi oder Nam Dinh: Wo liegt die Wiege?
Bis heute wird leidenschaftlich darüber debattiert, wo genau die erste Schüssel serviert wurde. Es gibt zwei Lager:
- Das Hanoi-Lager: Viele glauben, dass die ersten Phở-Küchen an den Ufern des Roten Flusses auftauchten, um Hafenarbeiter zu stärken, bevor sie die Altstadt rund um O Quan Chuong und Hang Mam eroberten.
- Das Nam-Dinh-Lager: Andere sind überzeugt, dass das wahre Ur-Rezept aus einem kleinen Dorf in der Provinz Nam Dinh stammt, etwa 90 Kilometer südlich von Hanoi.
Egal, welcher Hypothese man folgt: Phở ist zu 100 % ein Kind Vietnams. Es wurde im Delta des Roten Flusses geboren und ist die perfekte Metamorphose von lokaler Tradition und historischem Wandel. Wenn Sie heute die Seele dieser „Tonkinese-Suppe“ spüren wollen, gibt es keinen besseren Ort als die lebhaften Gassen von Hanoi.
Die Seele Vietnams in einer Schüssel: Traditionelles Rindfleisch-Phở
Ein klassisches Phở Bò (Pho mit Rindfleisch) ist weit mehr als eine Suppe – es ist ein Erlebnis für die Sinne. Sanfte Reisnudeln, hauchdünne Rindfleischscheiben und frische, aromatische Kräuter vereinen sich in einer Schüssel. Gekrönt wird das Ganze von einer duftenden, klaren Brühe, die über Stunden hinweg mit höchster Präzision perfektioniert wurde. Mit einem Spritzer Limette, etwas frischem Chili oder einem Klecks hausgemachter Chilisauce entfaltet sich ein unvergleichliches Bouquet, das zu jeder Tageszeit – vom Frühstück bis zum Mitternachtssnack – schmeckt.
Das Geheimnis liegt in der Brühe
Der wahre Star jeder Phở ist die Brühe. Sie ist das Ergebnis purer Geduld: Rinderknochen werden stundenlang mit geröstetem Ingwer, Zwiebeln und einer edlen Gewürzmischung aus Sternanis, Zimt und schwarzem Kardamom geköchelt. Eine meisterhafte Brühe ist kristallklar, nahezu fettfrei und explodiert förmlich vor Aroma.
In Vietnam gilt: Phở zu kochen ist keine bloße Tätigkeit, sondern eine hochgeschätzte Kunstform. Jede Familie, jedes Straßenrestaurant hütet sein eigenes Geheimrezept, das oft über Generationen hinweg wie ein Schatz weitergegeben wird. Das Ergebnis? Ein subtiler, würziger Duft, den man überall in den Straßen Vietnams sofort erkennt und nie wieder vergisst.

Eine kulinarische Reise durch die Geschichte
Die Geschichte von Phở spiegelt die bewegte Vergangenheit Vietnams wider. Was im 19. Jahrhundert während der französischen Kolonialzeit als preiswertes Gericht für Arbeiter im Norden begann, entwickelte sich rasch zum Nationalsymbol.
Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 1954: Mit der Teilung des Landes brachten Migranten aus dem Norden ihr geliebtes Phở-Rezept mit in den Süden. Auf dieser Reise Richtung Saigon passte sich das Gericht den regionalen Vorlieben an und nahm neue Formen an – von den puristischen Varianten in Hanoi bis hin zu den kräuterreichen, süßlicheren Versionen in den sonnigen Regionen von Hue, Da Nang oder Nha Trang.
Vielfalt, die begeistert: Die verschiedenen Gesichter der Phở
Phở ist in Vietnam nicht gleich Phở. Je nachdem, wo Sie sich im Land befinden, verändert sich die Seele der Suppe. Diese Vielfalt ist das Ergebnis regionaler Vorlieben und kultureller Einflüsse. Man unterscheidet heute hauptsächlich zwei Stilrichtungen: Phở Bắc (Nord-Stil) und Phở Nam (Süd-Stil).
Norden vs. Süden: Ein kulinarischer Wettstreit
Phở Bắc (Hanoi-Stil): Hier regiert der Purismus. Die Hanoier legen größten Wert auf eine kristallklare, fast durchsichtige Brühe, die ihren tiefen Geschmack allein aus dem stundenlangen Sieden von Knochen und feinen Gewürzen bezieht. Die Reisnudeln sind hier traditionell breiter und flacher, das Fleisch zart und frisch. Es ist eine elegante, subtile Suppe, die die vornehme Zurückhaltung der Hauptstadt widerspiegelt.
Phở Nam (Saigon-Stil): Im sonnigen Süden wird es lebendiger und süßer. Die Brühe ist kräftiger gewürzt und oft mit einer Spur Zucker verfeinert. Die Nudeln sind hier schmaler und haben mehr Biss. Das Besondere in Saigon: Ihre Phở kommt nie allein! Ein riesiger Berg aus frischen Kräutern, knackigen Sojasprossen, Chili und Hoisin-Sauce begleitet die Schüssel, damit Sie sich Ihr ganz persönliches Geschmackserlebnis mischen können.
Mehr als nur Rindfleisch: Varianten für jeden Gaumen
Früher drehte sich alles um das Rindfleisch (Phở Bò) – von hauchdünnem, rohem Steak, das in der heißen Brühe gart (Tái), bis hin zu gut durchgegartem, butterweichem Fleisch (Chín). Doch die Phở-Welt ist heute viel bunter:
- Phở Gà: Niemand weiß genau, wann sie erfunden wurde, aber die Variante mit zartem Hühnchen ist heute mindestens genauso beliebt wie das Original. Sie ist leichter, oft gelblicher in der Farbe und wird besonders für ihr feines Aroma geschätzt.
- Phở Chay: Auch Vegetarier müssen auf nichts verzichten! Eine rein pflanzliche Brühe aus Wurzelgemüse, serviert mit Tofu, Pilzen und frischem Gemüse, bietet eine wunderbare, leichte Alternative.
Phở „Next Generation“: Moderne Ableitungen
In den letzten Jahrzehnten hat sich der Reisteig der Phở-Nudeln zu neuen Formen weiterentwickelt. Wenn Sie mal keine Lust auf Suppe haben, probieren Sie diese Streetfood-Highlights:
- Phở Xào & Phở Chiên Giòn: Gebratene oder knusprig frittierte Nudeln mit herzhaften Toppings.
- Phở Cuốn: Frische Rollen aus Phở-Teigblättern, gefüllt mit Rindfleisch und Kräutern – perfekt als Snack für zwischendurch.
- Phở Trộn & Phở Chua: Gemischte oder süß-saure Nudelsalate, bei denen die Brühe separat in einer kleinen Schale gereicht wird.

Vom Straßenstand zum Weltstar: Phở erobert den Globus
Phở ist längst kein lokales Geheimnis mehr. Nach 1975 trugen vietnamesische Auswanderer ihre geliebte Rezeptur in alle Himmelsrichtungen – und lösten einen weltweiten Hype aus. Heute ist Phở ein Synonym für gesunde, geschmacksintensive Küche und von Paris über Kalifornien bis nach Tokio aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Der internationale Erfolg wird auch von Experten gefeiert:
- TasteAtlas: Phở rangiert stolz unter den Top 100 der beliebtesten Gerichte der Welt.
- CNN: In der Liste der „50 besten Streetfoods Asiens“ steht Phở unangefochten an der Spitze, gemeinsam mit dem Kult-Sandwich Bánh Mì und dem legendären vietnamesischen Eiskaffee.
Es ist diese einzigartige Mischung aus Einfachheit und Raffinesse, die Menschen weltweit immer wieder zu einer dampfenden Schüssel greifen lässt.
Ein Feiertag für eine Suppe? Der 12. Dezember ist Phở-Tag!
Ja, Sie haben richtig gehört! Seit 2017 hat Vietnam den 12. Dezember offiziell zum „Tag des Phở“ erklärt. Es ist ein Tag, an dem die Handwerkskunst der Köche und die kulturelle Bedeutung dieses Nationalgerichts gefeiert werden.
Die globale Relevanz erreichte ihren Höhepunkt, als Google Phở mit einem eigenen Doodle ehrte. In über 20 Ländern – von Österreich bis zu den USA – leuchtete die ikonische Suppenschüssel auf den Bildschirmen von Millionen Menschen. Dies war mehr als nur eine nette Grafik; es war die Anerkennung von Phở als globales Kulturerbe.

Die 10 besten Orte, um Pho zu essen
In Hanoi
Sehen Sie sich unsere Vorschläge für die 10 besten Orte an, um gutes Pho zu essen, wie es die Hanoianer tun. Der Preis variiert zwischen 40.000 VND und 70.000 VND/Schüssel.
- Pho Ly Quoc Su – 10, Ly Quoc Su, Hoan Kiem Berizk
- Pho Thin – 13 Lo Duc, Hai Ba Trung Berizk
- Pho Bat Dan – 49 Bat Dan, Hoan Kiem Berizk
- Pho Suong – 24 B, Trung Yen Gasse, Hoan Kiem Berizk
- Pho Bung – 8 Hang Trong, Hoan Kiem Berizk
- Pho Phu Xuan Street – 36, Hang Da, Hoan Kiem Berizk
- Pho Vui – 25 Hang Giay, Hoan Kiem Berizk
- Pho Bo Lam – 48 Hang Vai, Hoan Kiem Berizk
- Pho – Carrefour Hang Chieu, Hang Duong, Hoan Kiem Berizk
Zweifellos ist die unwiderstehliche Pho-Suppe die Königin des Straßenessens in Hanoi. Zögern Sie nicht, sich in eine Kantine am Straßenrand zu setzen und sie zu jeder Tageszeit zu probieren.
In Ho-Chi-Minh-Stadt
Der Preis variiert zwischen 40.000 VND und 75.000 VND/Schüssel.
- Pho Hoa – 260A Pasteur, Viertel 8, Bezirk 3
- Pho Cao Van – 25 Mac Dinh Chi, Bezirk 1
- Pho Thin - Pho Nho – 170 Nguyen Dinh Chieu, Viertel 6, Bezirk 3
- Pho Dau – 288 Nam Ky Khoi Nghia, Bezirk 3
- Pho Le Nguyen Trai – 413 - 415 Nguyen Trai, Viertel 7, Bezirk 5

Fazit: Warum Sie Vietnam nicht verlassen dürfen, ohne eine Phở probiert zu haben
Phở ist weit mehr als nur eine Nudelsuppe – sie ist das schlagende Herz der vietnamesischen Kultur. Von ihren bescheidenen Anfängen an den Ufern des Roten Flusses bis hin zu ihrem Siegeszug in die Gourmet-Metropolen der Welt, hat Phở eines bewiesen: Wahre Qualität braucht keine komplizierten Zutaten, sondern Zeit, Leidenschaft und Tradition.
Ob Sie die puristische Eleganz in den Gassen Hanois suchen oder die aromatische Üppigkeit im quirligen Saigon bevorzugen – jede Schüssel erzählt eine eigene Geschichte über das Land und seine Menschen. Ein Besuch in Vietnam ohne eine dampfende Schüssel Phở am Straßenrand ist wie eine Reise ohne Kompass: Man verpasst den Kern des Ganzen.
Vielleicht interessieren Sie auch:
Senden Sie uns Ihre Kommentare zu : Pho – Die legendäre Suppe, die Zeit und Raum überdauert
Pflichtfelder *
Das könnte Sie auch interessieren
Reiseideen
Brauchen Sie Inspiration? Entdecken Sie einige der besten Touren in Vietnam, die bei unseren Kunden sehr beliebt sind. Ein ausgezeichneter Ausgangspunkt, um Ihnen bei der Wahl der passenden Reise durch Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar oder Thailand zu helfen, egal ob Sie allein, als Paar, Familie oder mit Freunden reisen.
Und weil es Ihre Reise ist, gestalten Sie sie ganz nach Ihren Wünschen!
Luxusreise nach Vietnam und Kambodscha 15 Tage
Exklusive Rundreise durch Vietnam und Kambodscha: Erleben Sie Hanoi, die Halong-Bucht, Hue, Hoi An, Ho-Chi-Minh-Stadt und die Tempel von Angkor. Kultur, Natur und Komfort perfekt kombiniert für ein unvergessliches Erlebnis.
7-tägige Wander - Trekkingreise in Ha Giang
Entdecken Sie in 7 Tagen die unberührte Provinz Ha Giang: Von Hanoi aus begeben Sie sich auf intensive Trekkingtouren durch dramatische Karstlandschaften, spektakuläre Reisterrassen und entlang des Nho Que Flusses. Erleben Sie authentische Begegnungen mit den ethnischen Minderheiten der Hmong, Dao und Lo Lo in ihren abgelegenen Dörfern. Eine Reise voller Abenteuer, atemberaubender Natur und tiefer kultureller Einblicke!
12-tägige Wanderung zu den schönsten Reisfeldern des Nordens
Entdecken Sie in 12 Tagen die schönsten Reisterrassen Nordvietnams: Von Hanoi aus begeben Sie sich auf unvergessliche Wanderungen durch spektakuläre Landschaften. Erleben Sie authentische Begegnungen mit Bergvölkern in Regionen wie Sapa und Mu Cang Chai. Eine Reise, die Natur, Kultur und atemberaubende Panoramen harmonisch miteinander verbindet!
15-tägige Reise durch Nordvietnam
15-tägige Reise führt uns auf ungewöhnliche Weise durch den Norden Vietnams. Auf versteckten Pfaden gelangen wir zu abgelegenen Orten, durchqueren beeindruckende Landschaften und begegnen zahlreichen ethnischen Minderheiten.
12-tägige Vietnamreise
Diese 12-tägige Vietnamreise ermöglicht Ihnen, die wichtigsten Orte Vietnams auf unvergessliche und beeindruckende Weise zu entdecken. Hotels, Transfers, Boote, Restaurants – jeder Aspekt Ihrer Reise wurde sorgfältig geplant. Darunter auch die Entdeckung des Mekong-Deltas mit einer Übernachtung an Bord eines traditionellen Holzbootes. Liebevolle Details verleihen der Reise einen dezenten Hauch von Einzigartigkeit. Eine außergewöhnliche Reise, die lange in Erinnerung bleibt.
7-tägiges Trekking in Hoang Su Phi
Diese Trekkingtour in Hoang Su Phi verläuft auf einer durchschnittlichen Höhe von 750 m über dem Meeresspiegel. Die durchschnittliche Steigung beträgt 8 %, manchmal bis zu 30 %. Sie wandern etwa 5 bis 7 Stunden am Tag (rund 12 bis 16 km) mit einem lokalen Führer und Trägern. Sie übernachten in der Hoang Su Phi Lodge und bei Bewohnern vor Ort, mit Matratze, Decke, Laken und Moskitonetz. Die Bedingungen sind einfach, aber Sie werden die Authentizität und Freundlichkeit Vietnams entdecken.
Interessiert an dieser Tour?


Kommentar