Historische Reise in Cao Bang: Vietnams Wiege der Revolution
Cao Bang historisch erleben: Zwischen wilder Natur und der Wiege der vietnamesischen Revolution
Vietnam ist für viele deutsche Reisende ein Land der atemberaubenden Küsten und quirligen Metropolen. Doch wer die wahre Seele dieses Landes verstehen will, muss den Blick nach Norden richten, dorthin, wo die Berge den Himmel berühren und die Geschichte in jedem Felsen eingraviert ist. Willkommen in Cao Bang, einer Provinz, die nicht nur durch ihre natürliche Schönheit besticht, sondern als das schlagende Herz der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung gilt.

1. Warum Cao Bang ein historisch bedeutendes Reiseziel ist
Eine Grenzprovinz als Bollwerk und Brücke
Cao Bang, gelegen im äußersten Nordosten Vietnams, ist weit mehr als nur eine geografische Randnotiz auf der Landkarte. Diese Provinz teilt sich eine über 300 Kilometer lange Grenze mit der chinesischen Provinz Guangxi. Diese Lage hat Cao Bang über Jahrtausende hinweg zu einer strategischen Bastion gemacht.
Geografisch geprägt durch zerklüftete Kalksteinberge, tiefe Schluchten und ein Labyrinth aus Höhlen, fungierte die Region historisch sowohl als unüberwindbares Bollwerk gegen Invasionen aus dem Norden als auch als lebenswichtige Brücke für den kulturellen und politischen Austausch.
Die "Wiege der Revolution" und der Schmelztiegel der Unabhängigkeit
In der vietnamesischen Geschichtsschreibung nimmt Cao Bang einen fast sakralen Status ein. Es wird oft als "Cội nguồn Cách mạng" – die Quelle der Revolution – bezeichnet. Diese Bedeutung festigte sich vor allem im 20. Jahrhundert. Nachdem Vietnam jahrzehntelang unter französischer Kolonialherrschaft gestanden hatte, suchten die frühen Nationalisten nach einem Ort, der sicher genug war, um den Widerstand zu organisieren.
Der Wendepunkt kam 1941, als Ho Chi Minh nach 30 Jahren im Ausland heimlich die Grenze überschritt und Cao Bang als sein Hauptquartier wählte. Hier, in der Abgeschiedenheit der Berge, verwandelte sich die rein militärische Geografie in eine politische. In Cao Bang wurde nicht nur der bewaffnete Kampf gegen die Kolonialmächte geplant, sondern auch die Vision eines unabhängigen, modernen Vietnams formuliert.
Die Gründung der "Vietnamesischen Befreiungsarmee" (der Vorläufer der heutigen Armee) fand in den Wäldern von Cao Bang statt. Ohne die loyale Unterstützung der lokalen ethnischen Minderheiten, die Ho Chi Minh und seine Mitstreiter schützten, wäre die vietnamesische Unabhängigkeit, wie wir sie heute kennen, vielleicht nie zustande gekommen.

Warum Cao Bang deutsche Reisende besonders fasziniert
Für deutsche Urlauber, die oft mit einem geschärften Bewusstsein für politische Geschichte und gesellschaftliche Transformationen reisen, bietet Cao Bang eine intellektuelle Tiefe, die über das übliche Sightseeing hinausgeht.
- Parallelen der Zeitgeschichte: Deutschland und Vietnam teilen komplexe historische Erfahrungen im 20. Jahrhundert – von der Teilung über ideologische Kämpfe bis hin zur Wiedervereinigung. Ein Besuch in Cao Bang ermöglicht es, die Wurzeln der vietnamesischen Ideologie zu verstehen, die später die globale Geopolitik des Kalten Krieges beeinflusste.
- Authentizität statt Inszenierung: Während viele historische Stätten weltweit oft übermäßig kommerzialisiert sind, bewahrt Cao Bang eine raue, ehrliche Atmosphäre.
- Die Dialektik von Natur und Politik: Das deutsche Ideal der "Wanderung" verbindet sich hier mit historischer Bildung. Es ist die faszinierende Erkenntnis, dass eine so friedliche und malerische Naturkulisse einst das Nervenzentrum für radikale gesellschaftliche Umbrüche war. Man wandert nicht nur durch einen Geopark, sondern durch die Annalen einer Nation.
- Interesse an Minderheitenrechten und Kultur: Deutsche Ethnologen und Kulturinteressierte finden in Cao Bang ein faszinierendes Beispiel für die loyale Zusammenarbeit zwischen dem Zentralstaat und ethnischen Minderheiten (wie den Tay und Nung), deren kulturelle Identität bis heute trotz der historischen Stürme stark geblieben ist.
2. Historische Sehenswürdigkeiten in Cao Bang
2.1 Die Pac Bo Höhle – Das Epizentrum des Widerstands
Die Pac Bo Höhle ist weit mehr als eine geologische Formation; sie ist ein nationales Heiligtum. Um die Bedeutung dieses Ortes zu verstehen, muss man sich in das Jahr 1941 zurückversetzen. In Pac Bo fand Ho Chi Minh die idealen Bedingungen für den Untergrundkampf. Die Höhle liegt versteckt in einem tiefen Tal, umgeben von unwegsamen Dschungelpfaden. Hier lebte er unter dem Decknamen "Thu Son" (Eremit der Berge) wie ein Einheimischer.
In dieser Abgeschiedenheit wurde im Mai 1941 das 8. Plenum der Kommunistischen Partei Vietnams abgehalten, bei dem die Viet Minh gegründet wurde. Dies war der Moment, in dem der Fokus vom reinen Klassenkampf auf die nationale Befreiung gegen die japanischen Besatzer und französischen Kolonialherren verschoben wurde.
Eintritt & Öffnungszeiten: Der Komplex ist täglich von 07:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintrittspreis ist gering (ca. 45.000 VND inklusive Elektroshuttle).
Besuchertipp: Planen Sie mindestens 3 Stunden ein. Es gibt ein Elektroauto-System, das Sie vom Parkplatz zum historischen Kern bringt, aber der Weg zwischen den einzelnen Punkten muss zu Fuß auf gut befestigten Pfaden zurückgelegt werden.

2.2 Lenin-Bach und Karl-Marx-Berg – Philosophie in Stein und Wasser
Direkt vor der Pac Bo Höhle erstreckt sich ein Ensemble, das die politische Philosophie Ho Chi Minhs auf poetische Weise in die Landschaft projiziert. Es ist ein Ort, an dem die Theorie des dialektischen Materialismus auf die Spiritualität der vietnamesischen Natur trifft.
- Suoi Lenin (Der Lenin-Bach): Dieser Bach ist berühmt für sein fast unnatürlich klares, smaragdgrünes Wasser. Ho Chi Minh taufte ihn nach dem russischen Revolutionär, dessen Schriften über das Selbstbestimmungsrecht der Völker ihn maßgeblich beeinflusst hatten. Das Wasser ist so rein, dass man die Fische am Grund zählen kann. Es ist ein Ort der absoluten Stille, der heute viele Einheimische zum Meditieren oder für Fotoshootings in traditionellen Trachten anzieht.
- Nui Cac Mac (Der Karl-Marx-Berg): Gegenüber dem Bach ragt eine massive, grün bewachsene Kalksteinwand empor. Ho Chi Minh benannte diesen Berg nach Karl Marx, um die Beständigkeit und das ideologische Fundament seiner Bewegung zu ehren.
Die Verbindung von "Berg" und "Wasser" (Sơn Thủy) ist in der vietnamesischen Kultur ein Symbol für Harmonie und das Universum. Dass Ho Chi Minh diese klassischen Begriffe durch westliche Denker ersetzte, zeigt seinen Versuch, europäisches Gedankengut in den vietnamesischen Kontext zu integrieren.
Reisetipp: Das beste Licht für den Lenin-Bach haben Sie am frühen Vormittag (gegen 09:00 Uhr), wenn die Sonnenstrahlen durch das Blätterdach brechen und das Wasser zum Leuchten bringen. Tragen Sie festes Schuhwerk, da die Steine am Bachufer bei Feuchtigkeit rutschig sein können.

3. Historische Ausflugsziele rund um Cao Bang
3.1 Ban-Gioc-Wasserfall und die Grenze
Der Ban-Gioc-Wasserfall ist der viertgrößte Grenzwasserfall der Welt. Er ist nicht nur ein Naturspektakel, sondern markiert seit Jahrhunderten die Grenze zwischen Vietnam und China. Die Grenzziehung war über Jahrhunderte ein diplomatischer und militärischer Zankapfel. Heute symbolisiert der Wasserfall die friedliche Koexistenz und den wirtschaftlichen Austausch.
Tipp: Eine Floßfahrt bringt Sie bis fast unter die herabstürzenden Wassermassen – ein Erlebnis, das die Gewalt der Natur mit der Stille der Geschichte verbindet.
>>> Für weiteren Informationen lesen Sie bitte in: Ban Gioc Wasserfälle
3.2 Die alte Kolonialstraße RC4
In den 1950er Jahren wurde diese strategisch entscheidende Versorgungsroute zum Schauplatz der „Schlacht an der RC4“. Die zerklüftete Topografie mit ihren tiefen Schluchten und steilen Pässen bot den perfekten Hinterhalt für Guerillataktiken, was die Straße bei den französischen Legionären als „Boulevard de la Mort“ (Boulevard des Todes) berüchtigt machte.
Heute führt die Fahrt auf dieser Strecke durch eine atemberaubende, fast unwirklich friedliche Berglandschaft, die kaum noch die Narben der Vergangenheit zeigt. Reisende passieren dabei historische Orte wie Dong Khe und That Khe, wo verfallene Bunkeranlagen und kleine Gedenkstätten an die erbitterten Kämpfe um die Kontrolle der Grenze zu China erinnern.
Reisetipp: Um die militärhistorische Bedeutung wirklich zu erfassen, sollten Sie die Strecke zwischen Cao Bang und Lang Son befahren. Da die offiziellen Hinweisschilder zu den alten Schlachtfeldern und Bunkerruinen oft spärlich sind, empfiehlt es sich, vorab Kartenmaterial aus der Kolonialzeit zu konsultieren oder einen spezialisierten Guide zu buchen.

4. Kulturelles Erbe und ethnische Vielfalt
Cao Bang ist ein faszinierendes Mosaik aus Traditionen, das von fünf Hauptgruppen geprägt wird: den Tay, Nung, Hmong, Dao und San Chay. Jede dieser Gruppen hat über Jahrhunderte hinweg eine Lebensweise bewahrt, die in perfekter Symbiose mit der rauen Gebirgslandschaft steht.
4.1 Die Tay und Nung: Meister der Steinbaukunst
Die Tay und Nung bilden die größte Bevölkerungsgruppe der Provinz und sind seit Generationen die Hüter der Täler. Besonders beeindruckend ist ihre Architektur, die sich stark von den typischen Holzpfahlbauten Zentralvietnams unterscheidet.
Ein herausragendes Beispiel ist das Steindorf Khuoi Ky (nahe dem Ban-Gioc-Wasserfall). Hier scheinen die Häuser direkt aus dem Berg gewachsen zu sein. Die Tay errichteten diese zweistöckigen Festungshäuser aus massivem Kalkstein, um sich vor Invasionen und wilden Tieren zu schützen. Die Steinmauern sind oft über 60 cm dick, was im Sommer für Kühle und im Winter für Wärme sorgt.
4.2 Indigo und Identität: Die Kunst der Tracht
Das visuelle Markenzeichen Cao Bangs ist das tiefe Blau der Indigo-Pflanze. Die Trachten der Tay und Nung sind oft schlicht und elegant in dunklem Blau gehalten, während die Gruppen der Dao und Hmong durch ihre extrem aufwendigen Stickereien und Silberschmuck auffallen.
Die Stickmuster sind keine bloße Dekoration. Sie fungieren als visuelle Sprache: Die Anordnung der Motive verrät den Familienstand, den sozialen Rang und oft auch die spezifische Herkunftsregion innerhalb des Hochlandes. Die Herstellung eines einzigen Gewandes kann Monate dauern. Der Prozess des Indigo-Färbens ist eine hochkomplexe chemische Tradition, die von den Müttern an die Töchter weitergegeben wird.
4.3 Geschichte im Klang: Die Then-Gesänge
Ein unverzichtbarer Teil des kulturellen Erbes ist der Then-Gesang der Tay, der von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde. Begleitet von der Dan Tinh (einer Langhalslaute mit einem Korpus aus einem Flaschenkürbis), verbinden diese Gesänge religiöse Rituale mit Erzählungen über die Helden der Vergangenheit.
Es ist die lebendige Form der Geschichtsschreibung, durch die die Taten der Vorfahren über Generationen hinweg im kollektiven Gedächtnis bleiben.

5. Geschichte im Alltag: Traditionen und Lebensformen
In vielen Teilen der Welt wird Geschichte in Museen konserviert; in Cao Bang hingegen findet sie auf den Feldern, in den Küchen und auf den Marktplätzen statt. Hier ist die Vergangenheit kein abgeschlossenes Kapitel, sondern ein lebendiger Begleiter im täglichen Überlebenskampf und im gesellschaftlichen Miteinander.
5.1 Landwirtschaft als Überlebenskunst
Die imposanten Reisterrassen, die sich wie grüne Treppen an die steilen Kalksteinhänge schmiegen, sind weit mehr als ein beliebtes Fotomotiv. Sie sind das Ergebnis jahrhundertelanger Ingenieurskunst und körperlicher Schwerstarbeit. Da die karstigen Böden wenig Wasser speichern, haben die ethnischen Gruppen – insbesondere die Nung und Tay – ausgeklügelte Bewässerungssysteme entwickelt.
Ein besonderes historisches Highlight sind die riesigen Wasserräder. Diese aus Bambus gefertigten Konstruktionen nutzen allein die Kraft der Strömung, um Wasser auf höher gelegene Felder zu heben. Sie sind ein Symbol für die technologische Kontinuität der Region und zeigen, wie die Bewohner seit Generationen ohne moderne Maschinen in Einklang mit der Natur wirtschaften.
5.2 Der Ahnenkult: Das spirituelle Gedächtnis
In jedem Haus in Cao Bang, vom einfachsten Pfahlbau bis zum massiven Steinhaus, nimmt der Ahnenaltar den zentralen Ehrenplatz ein. Für die Menschen hier ist der Tod keine Trennung, sondern ein Übergang in eine andere Form der Existenz, in der die Vorfahren weiterhin über die Lebenden wachen.
Die Ahnen werden nicht nur als Familienmitglieder verehrt, sondern auch als Zeugen der Geschichte. Bei rituellen Festen werden Geschichten über den Mut der Vorfahren während der Revolutionszeit erzählt. Dieser tiefe Respekt vor der Vergangenheit ist das ethische Band, das die Gemeinschaft zusammenhält und dafür sorgt, dass die Lehren der Geschichte im moralischen Kompass der Jugend verankert bleiben.
5.3 Märkte: Das pulsierende Herz der Geschichte
Die Wochenmärkte von Cao Bang, wie der berühmte Markt in Quang Uyen oder der Viehmarkt in Bao Lac, sind das soziale Rückgrat der Provinz. Ein Besuch dort ist für Reisende wie der Eintritt in eine andere Zeitkapsel. Hier geht es nicht nur um Kommerz, sondern um den Austausch von Identität. Es wird gefeilscht, gelacht und politisiert – ganz so, wie es die Generationen vor ihnen schon während der Kolonialzeit taten, als diese Märkte oft wichtige Orte für den geheimen Informationsaustausch der Widerstandskämpfer waren.
Viele Märkte folgen dem Mondkalender (z.B. alle 5 oder 10 Tage). Informieren Sie sich vorab in Ihrer Unterkunft über die genauen Termine, da ein "Markttag" oft schon um 05:00 Uhr morgens beginnt und gegen Mittag endet.
Probieren Sie auf dem Markt "Banh Cuon Cao Bang". Im Gegensatz zur Version in Hanoi wird sie hier mit einer Knochenbrühe serviert – ein herzhaftes Gericht, das perfekt zum kühlen Bergklima pass
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7. Praktische Reisetipps für deutsche Urlauber
7.1 Beste Reisezeit
September bis November: Das goldene Finale des Jahres
Dies ist für viele die absolut beste Reisezeit. Nach dem Ende der Monsunregen im August klärt sich die Luft auf, und die Sicht auf die monumentalen Karstberge ist spektakulär. Die Temperaturen sind mild und trocken (ca. 18–25°C), was lange Erkundungen der RC4 oder Wanderungen zu den entlegenen Grenzsteinen sehr angenehm macht.
In dieser Zeit verwandeln sich die Täler um den Ban-Gioc-Wasserfall und das Dorf Khuoi Ky in ein leuchtendes Goldmeer. Die Erntezeit ist nicht nur ein optisches Highlight, sondern bietet auch Einblicke in die gemeinschaftliche Arbeit der ethnischen Gruppen, die den Reis oft noch wie vor hundert Jahren von Hand schneiden.
März bis Mai: Das Erwachen der Berge
Wenn Sie das kulturelle Leben und die Spiritualität der Region erleben möchten, ist das Frühjahr ideal. Die Wege sind trocken und die Luft ist frisch, was diese Monate zur besten Zeit für Trekking-Touren zu den versteckten Höhlen und Revolutionsbasen macht.
Die Natur erwacht mit einer Explosion aus Wildblumen und Pfirsichblüten. Dies ist auch die Zeit der wichtigsten traditionellen Feste der Tay und Nung (wie das Long Tong Fest), bei denen Rituale für eine gute Ernte und der Ahnenkult im Mittelpunkt stehen.
7.2 Vermeiden Sie in diese Monate
Juni bis August, wenn Sie historische Stätten erkunden wollen. In dieser Zeit herrscht Regenzeit; Sturzfluten und Erdrutsche können die Straßen der RC4 unpassierbar machen, und die Wanderpfade in den Bergen werden extrem rutschig und gefährlich.
Dezember bis Februar kann es in Cao Bang überraschend kalt werden (gelegentlich unter 5°C). Wenn Sie in dieser Zeit reisen, buchen Sie unbedingt ein Homestay mit einer Feuerstelle im Haus – das gemeinsame Sitzen am Feuer ist eine der authentischsten sozialen Erfahrungen in den Bergen, erfordert aber sehr warme Kleidung (Zwiebelprinzip!).

7.3 Mobilität und Touren
Cao Bang ist weitläufig. Es empfiehlt sich, einen lokalen Guide zu buchen, der die historischen Details der Pac Bo Höhle oder der RC4-Schlachtfelder auf Englisch oder Deutsch erklären kann.
Wer Abenteuer sucht, kann die Region mit dem Motorrad erkunden, sollte aber die anspruchsvollen Bergstraßen nicht unterschätzen.
7.4 Respektvoller Umgang
Würdevoller Besuch der Gedenkstätten
Orte wie die Pac-Bo-Höhle oder die Gedenkstätten entlang der RC4 sind für die Vietnamesen heiliger Boden. Hier wird von Besuchern eine gewisse Form der Zurückhaltung erwartet.
-
Kleiderordnung: Achten Sie darauf, dass Schultern und Knie bedeckt sind. Ein leichtes Leinenhemd oder ein T-Shirt und eine Hose, die über die Knie reicht, sind ideal. Vermeiden Sie zu freizügige Kleidung, die in diesem Kontext als respektlos gegenüber den nationalen Helden und den Vorfahren empfunden werden könnte.
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Verhalten: In den Höhlen und Museen ist eine gedämpfte Gesprächslautstärke angemessen. Es ist ein Ort der Reflexion, vergleichbar mit einer Gedenkstätte oder einem Friedhof in Deutschland.
Begegnungen in den ethnischen Dörfern
In den Dörfern der Tay, Nung oder Hmong sind Sie Gast im privaten Lebensraum der Menschen. Die Bewohner sind oft zurückhaltend, aber von Natur aus gastfreundlich.
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Fotografie mit Fingerspitzengefühl: Das wichtigste Gebot lautet: Fragen Sie immer um Erlaubnis, bevor Sie die Kamera zücken – besonders bei älteren Menschen und Kindern. Ein einfaches Deuten auf die Kamera verbunden mit einem fragenden Blick reicht meist aus. Wenn die Person ablehnt, respektieren Sie dies ohne Ausnahme.
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Das „Lächeln-Diplom“: In den Bergen Cao Bangs wird oft ein Dialekt gesprochen, den selbst Menschen aus Hanoi kaum verstehen. Ein ehrliches, freundliches Lächeln ist hier die universellste Sprache. Es signalisiert Friedfertigkeit und Offenheit.
Sensibilität im Privaten
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Der Hausaltar: Wenn Sie ein traditionelles Haus betreten, achten Sie auf den Altarbereich. Berühren Sie niemals die Gegenstände auf dem Altar und setzen Sie sich niemals so hin, dass Ihre Fußsohlen in Richtung der Ahnenbilder zeigen – dies gilt als schwere Beleidigung.
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Schuhe aus: Wie fast überall in Vietnam gilt auch in den abgelegenen Bergdörfern: Vor dem Betreten eines Wohnhauses werden die Schuhe ausgezogen.
- Reisetipp zur Kommunikation: Laden Sie sich vorab eine Offline-Übersetzungs-App herunter. Da die Internetverbindung in den tiefen Tälern von Pac Bo oder am Ban-Gioc-Wasserfall instabil sein kann, ist ein Offline-Wörterbuch Gold wert.

8. Fazit: Cao Bang – Ein Muss für Entdecker
Cao Bang ist kein Ziel für den Massentourismus. Es ist ein Ort für Reisende, die bereit sind, tiefer zu graben. Wer hierher kommt, findet nicht nur einen der spektakulärsten Wasserfälle Asiens, sondern versteht die Wurzeln des modernen Vietnams. Es ist eine Reise zu den Idealen, den Opfern und der unbeugsamen Willenskraft eines Volkes.
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